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SmartScore-Blog
Beitrag vom 26.07.2013  |  Dr. Jörg Linnenbrügger  |  Zur Themenübersicht
SmartScore liebt Bach.
Allgemeine Bemerkungen darüber, wie SmartScore tickt.

SmartScore liebt Johann Sebastian Bach? Jetzt werden Sie sicher denken, der arme Blog-Autor und Produktspezialist habe zu tief in den Scanner geschaut. Aber nein. Keineswegs! Dass an dieser so unglaublich klingenden Behauptung tatsächlich etwas dran ist, werden Sie später in diesem Beitrag erfahren und - so hoffe ich jedenfalls - auch nachvollziehen können.

Der Grund für meine kühne Behauptung ist ein ganz einfacher und ein im Produktsupport häufig vorkommender Anlass. Immer wieder werde ich darauf hingewiesen, dass SmartScore bei der Erkennung gescannter Noten oder von Noten im PDF-Dateiformat hier und da Fehler macht. Gerne werden in diesem Zusammenhang Notenbelege im TIF- oder PDF-Format vorgelegt, um die „Nachlässigkeit“ von SmartScore an der entsprechenden Stelle zu dokumentieren. Das ist absolut nachvollziehbar, verständlich, legitim und oftmals auch notwendig, um einen Lösungsweg aufzeigen zu können. Dass jeder Erkennungsfehler als „einer zu viel“ in SmartScore empfunden wird, ist angesichts der Erwartungshaltung, die man an ein solches Software-Produkt stellt, mehr als logisch.

Die Erfahrung, die ich in den vielen Jahren des Supports sammeln durfte, zeigen mir aber auch, dass die Frage nach dem „Warum“ kaum gestellt wird. Ich möchte also diesen Blog-Beitrag dazu nutzen, um ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten und zu erklären, warum SmartScore hier und da Fehler bei der Erkennung macht.

Anfangen werden wir mit einem Experiment, das mit folgender Frage verbunden ist: 
Benennen Sie bitte die Form der nachfolgenden Grafik mit NUR EINEM WORT. Was ist das?


 
Abbildung 1: Beschreiben Sie die Form mit nur einem Wort. Geht das?

Haben Sie es schon? Richtig, ein Quadratkreis oder ein Kreisquadrat – aber das gibt es ja gar nicht, oder? Machen wir einen nächsten Versuch und kommen damit der Sache bereits ein wenig näher. Schauen Sie sich Abbildung 2 an und beantworten Sie dazu die folgenden Fragen:

  • A) Um welchen Notenwert handelt es sich?
  • B) Gibt es dieses Notationszeichen? Wie heißt es?
  • C) Handelt es sich um eine Abfolge von zwei „normalen“ 16tel-Noten oder um einen Doppelvorschlag?
  • D) Ist das ein Augmentationspunkt (Punktierung einer Note) oder eine Staccato-Punkt (Artikulationszeichen)?

 
Abbildung 2: Was sehen Sie? Bitte versuchen Sie, die Fragen oben zu beantworten.

Und? Konnten Sie die Fragen eindeutig beantworten?

Wenn ich Sie mit dieser Aufgabe ganz bewusst ein wenig aufs Glatteis geführt habe, dann nur deshalb, um Sie in die Lage von SmartScore im Moment der Notenerkennung zu versetzen. Bevor ich das Ganze nun auflöse und näher erkläre, schauen wir uns ein kleines Notenbeispiel an, dass den Bezug zur vorherigen Aufgabe herstellt:


 
Abbildung 3: Eine imaginäre Notenvorlage für die Erkennung in SmartScore

Sicher verstehen Sie jetzt schon, worauf ich hinaus will. Nehmen wir also an, das obige Notenbeispiel stammt aus einer Vorlage, die Sie gescannt oder als PDF-Datei importiert haben. Dass Vorlagen, besonders wenn man sie als PDF-Datei aus dem Internet geladen hat (siehe dazu: Das Internet als Schatzkiste zur PDF-Notenbeschaffung) im Notensatz nicht immer perfekt oder von guter Druckqualität sind, ist absolut nicht selten. So entsprechen die im Notenbeispiel gezeigten Schwächen durchaus der Realität.

Auf Zählzeit zwei des ersten Taktes sind die Verbindungen von 16tel-Notenköpfen und Notenhälsen durchbrochen (A). So etwas passiert sehr häufig, wenn Scanvorlagen von einer schlechten Kopie stammen oder wenn es sich um Ausdrucke oder PDF-Dateien aus Notationsprogrammen handelt. Linien wie Notenhälse oder Taktstriche als dünnste Elemente einer Notation gehen beim Scanvorgang gerne einmal verloren, wenn nicht dunkel genug gescannt wird. Die Halbe Note (B), die sich mit dem folgenden Taktstrich überlagert, steht exemplarisch für einen sehr engen Notensatz, bei dem nicht wirklich sauber gearbeitet wurde. Die Stellen (C) und (D) im Notenbeispiel sind korrekt, können aber SmartScore durchaus in die Irre leiten. Warum?

Bei einer SmartScore-Notenerkennung passiert vieles, nur eines nicht: SmartScore handelt in diesem Moment nicht nach musiktheoretischen und notationstechnischen Kriterien. Eine SmartScore-Erkennung ist grob gesagt „nur“ ein grafisches Auslesen der Notenvorlage im TIF-Dateiformat. Dabei wird Bildpunkt für Bildpunkt analysiert und aus der Anhäufung und Konstellation von Bildpunkten wird versucht, einzelne Notationszeichen zu identifizieren. Damit das „richtig funktioniert“, muss jedes Notationszeichen der Vorlage für SmartScore eindeutig zu erkennen sein.
 

Versetzen wir uns also noch einmal in die Lage von SmartScore. Wie verhält sich das Programm beim Auslesen dieses Notenbeispiels?

  • A) Da die Verbindung von Notenkopf und Notenhals durchbrochen ist, „sieht“ SmartScore einen geschwärzten Notenkopf ohne Hals und kann deshalb nicht einordnen, welchen rhythmischen Wert dieses Note aufweist. Einen geschwärzten Notenkopf ohne Hals gibt es – zumindest in der klassischen Notationspraxis – nicht, und erst der Notenhals mit oder ohne Fähnchen oder Balken bestimmt den Wert der Note. Was soll SmartScore also ausgeben? Ein Fehler ist wahrscheinlich.
     
  • B) Halbe Note und Taktstrich liegen übereinander und bilden für SmartScore ein grafisches Zeichen, das ebenfalls nicht mit dem üblichen Zeichenrepertoire für Musiknotation übereinstimmt.
     
  • C) Dass es sich hier um einen Doppelvorschlag handelt, ist eindeutig. Betrachtet man die beiden 16tel-Noten jedoch für sich alleine genommen, könnte es sich hierbei auch um eine „normale“ 16tel-Abfolge handeln, die einfach kleiner notiert ist, etwa als Stichnoten oder Bestandteil eines Ossia-Taktes. SmartScore muss sich also entscheiden und den Gesamtzusammenhang berücksichtigen – eine 50:50-Entscheidung.
     
  • D) Hier haben wir einen Klassiker für eine mögliche Fehlinterpretation. Die letzten drei 16tel-Noten der Zählzeit vier sind mit einem Staccatopunkt versehen. Durch die Konstellation (Tonhöhen) der ersten beiden 16tel-Noten A und D könnte der Staccatopunkt der zweiten 16tel D genauso gut als Punktierung der vorhergehenden Note A interpretiert werden. Ein echtes Dilemma für SmartScore.
     

Welche Erkenntnis können wir nun aus dieser Detailbetrachtung ziehen? Wenn es in SmartScore bei der Erkennung, die immer eine rein grafische Interpretation der Scan- oder PDF-Vorlage darstellt, an einzelnen Stellen zu Fehlern kommt, dann hat dies in der Regel nicht mit einem „Unvermögen“ des Programms, sondern mit der Qualität der TIF-Vorlage bzw. mit bestimmen grafischen Konstellationen von Notationszeichen darin zu tun. Darüber hinaus wird klar, wie wichtig es ist, SmartScore möglichst optimale, d.h. im Druckbild deutlich „lesbare“ und intakte Vorlagen für die Erkennung anzubieten. Die Auffassung, man könne irgendwie und unbedacht drauf los scannen, ist mitnichten korrekt. Dem Scannen und der Qualität der Notenvorlagen im TIF-Grafikformat als Ausgangsmaterial für die Erkennung kommt mit die wichtigste Bedeutung beim Arbeiten mit SmartScore zu.
 

Ach ja – warum liebt SmartScore Johann Sebastian Bach?

Diese Antwort bin ich Ihnen noch schuldig. Zunächst muss ich aber eingestehen, dass ich die Überschrift dieses Beitrags in erster Linie deshalb gewählt habe, um Ihr Interesse auf diesen Blog zu lenken. Bitte entschuldigen Sie. Dennoch stimmt es meiner Meinung und Erfahrung nach, dass moderne und gute Ausgaben barocker Musik in SmartScore sehr gut bis perfekt erkannt werden. Das dürfte in erster Linie damit zu tun haben, dass z.B. reine Instrumentalmusik von Johann Sebastian Bach bzw. Barockmusik generell notationstechnisch und musikhistorisch bedingt mit relativ wenigen Notationszeichen auskommt und sehr klar strukturiert ist:


 
Abbildung 4: Auszug aus der Invention Nr. 9 (BWV 780) von Johann Sebastian Bach

Sie wollen einen Beweis? Bitte sehr. Die Bach-Invention 9 können Sie sich als PDF- und TIF-Datei hier herunterladen und einmal in Ihrem SmartScore-Programm oder einer Demoversion ausprobieren. Finden Sie einen Fehler?

Und zum Abschluss (wie fast immer) noch ein gut gemeinter Expertentipp aus der Praxis:

Sollten Sie hier und da Fehler in Ihrem SmartScore-Erkennungsergebnis feststellen, dann sollten Sie nicht viel Zeit damit verbringen, über deren Ursachen nachzudenken. Nutzen Sie die tollen Bearbeitungswerkzeuge von SmartScore, um diese Fehler im Handumdrehen und meist mit nur wenigen Mausklicks zu beseitigen. Das ist immer die schnellere Vorgehensweise, um an das Ziel zu kommen.

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Systemanforderungen:
SmartScore X2 Windows:
•   System 10/8/7/Vista/XP/200x
•   Pentium 1 oder besser
•   1 GB Ram empfohlen
•   130 MB freier Festplattenspeicher
SmartScore X2 Macintosh:
•   System OS 10.5 oder neuer
•   G3 oder besser, MultiCore für Universal
•   1 GB Ram empfohlen
•   120 MB freier Festplattenspeicher
Allgemein:
•   TWAIN- oder WIA-kompatibler Scanner für direktes Einscannen
•   möglichst kein Multifunktionsgerät (siehe Scanner-Empfehlung)
•   380 MB zusätzlicher Festplattenspeicherplatz für die Verwendung
  des ARIA-Players mit Garritan-Sounds (inklusive)
 
 
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